Vorbereitungen
Ich kann in der Arbeit immerhin den Gründonnerstag frei bekommen und so stehen uns insgesamt 5 Tage zur Verfügung, um unsere kleine Abenteuerreise nach Slowenien durchzuführen.
Die
Vorbereitungen nehmen allerdings mehr Zeit in Anspruch, da wir noch
nie zu zweit mit Zelt und Landrover unterwegs waren und dadurch nicht
auf entsprechende Erfahrungen zurückgreifen können. So wird unser Wohnzimmer
bereits eine Woche zuvor in ein riesiges Ausrüstungslager verwandelt:
Es sieht fast so aus, als würden wir noch zusätzlich einen Anhänger
brauchen, um alles mitnehmen zu können.
Da wir nicht genau wissen, wie das Wetter in den 5 Tagen sein wird, müssen wir uns darauf einrichten, notfalls auch im Zelt zu kochen und zu essen. Deshalb wird das Familienzelt eingepackt: Es wurde irgend wann einmal als Sonderangebot gekauft, vor zwei Jahren im Garten zur Probe aufgebaut und kommt jetzt das erste Mal zum Einsatz.
Wir haben jeder eine eigene Schlafkabine, was uns sicherlich dabei hilft, etwas Ordnung zu halten, auch wenn die "Familienregierung" nicht dabei ist und es ist genug Platz, um die Ausrüstung im Zelt zu lassen, wenn wir auf Erkundungsfahrt gehen. Auch nehmen wir Einiges an Vorräten mit, da wir nicht genau wissen, mit welchen Ladenöffnungszeiten wir in Slowenien an Ostern konfrontiert werden.
Da sicher davon auszugehen ist, dass zumindest die Nächte recht kühl werden, haben wir eine Black-Cat-Heizung und eine große Petromax-Lampe dabei, die neben jeder Menge Licht auch eine ordentliche Heizleistung verspricht. Ein Heinze Petroleumkocher und ein kleiner Gaskocher für den Frühstückskaffee darf natürlich auch nicht fehlen. Unsere Küchenausrüstung und die Vorräte packen wir in zwei Zargesboxen. Zusammen mit Isomatten, Zelt, Schlafsäcken, Stühlen, Klapptisch und den beiden Reisetaschen hat unser Landy gut zu schlucken. Am Mittwochabend ist dann alles verstaut und wir freuen uns riesig, dass es Morgen endlich los geht ...
Anfahrt und erste Eindrücke
Wir starten um 8 Uhr von zu Hause und fahren über die Salzburger Autobahn und den Tauerntunnel nach Kärnten. Als Grenzübergang haben wir uns den Predilpass ausgesucht und werden von der landschaftlichen Schönheit dieser Strecke belohnt. Am Predilsee pflügen wir durch letzte Schneereste ans Ufer und machen dort erst einmal ausgiebig Brotzeit.Das Panorama und das Wetter strahlen dabei mit uns um die Wette.
Bei der ersten Gelegenheit wird aufgetankt und wir freuen uns über die
günstigen Dieselpreise von 92 Cent pro Liter (seit
Anfang 2007 gilt auch in Slowenien der Euro!). Bevor wir zu unserem
Basislager kommen (dem eifrigen Leser des Explorer Magazins ist das
Kamp Koren an der blauen Soca
längst ein Begriff
),
sehen wir von der Ferne den "Boka-Wasserfall".
Wegen einer Fuß-Operation humpelt Tobias derzeit auf zwei Krücken herum und so kommen wir nicht nahe genug heran, um den Wasserfall aus der Nähe zu erkunden. Bereits um 15 Uhr sind wir am Kamp Koren und freuen uns über die freundliche Begrüßung und die üppige Platzauswahl. Nach einigem Hin und Her beim Zeltaufbau haben wir bereits eine gute Stunde später alles verstaut und fahren gleich noch nach Kobarid. Das Angebot im Supermarkt ist fast wie in Österreich und laut Tobias kaufen wir dort den besten Marmorkuchen aller Zeiten.
Anschließend lassen wir den Anreisetag im Camp gemütlich ausklingen und schmieden Pläne für die nächsten Unternehmungen. Am Abend ziehen wir uns ins Zelt zurück, denn als die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es schnell immer kühler und das Thermometer sinkt in der Nacht sogar auf knapp 0°C ...
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Am nächsten Tag machen wir uns nach einem gemütlichen Frühstück im geheizten Zelt an die Erkundung der näheren Umgebung: Bei schönstem Wetter entdecken wir einen nahen Wasserfall (Slap Kozjak) und eine geniale Hängebrücke über der Soca (Anm. der Red.: Siehe dazu auch den Hinweis zu Punkt 6 des Lehrpfads).
Unter uns fahren dabei die Wassersportler mit ihren bunten Kajaks entlang und bilden zusammen mit dem türkisblauen Wasser des Flusses ein fantastisches Farbenspiel. Die blühenden Obstbäume an der Straße nach Dreznica zeigen deutlich den klimatischen Vorsprung gegenüber unserer Heimat und die vielen Motive lassen mich immer wieder anhalten, um jede Menge zu fotografieren ...
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Zur Brotzeit fahren wir einfach ins Camp zurück und stellen fest,
dass jetzt immer mehr Kanufahrer den Platz bevölkern. Nachmittags besichtigen
wir das von Mussolini in Auftrag gegebene Beinhaus in Kobarid und fahren
anschließend das Soca-Tal nach Norden. Dabei entdecken wir einige Wald-
und Wiesenpfade, die eine artgerechte Haltung unseres Landrovers ermöglichen.

© 2009 Matthias Bernhard